CEO-Kommunikation und Bindung

10th Sep 2017
MVW Medientraining Manuela Tischler

Vielleicht kennen auch Sie folgende Situation:
während der Konferenz vertreten der Chef und seine Mitarbeiter A,B und C innig eine Meinung. Nur wenige Minuten später (außerhalb des Konferenzraumes) entpuppt sich die "Sozialsemantik" und Rhetorik als purer Opportunismus. Es geht in der altgewohnten Routine weiter. Weder der Chef noch die Mitarbeiter kommunizieren miteinander/untereinander glaubwürdig. Auch wenn es ohne Zweifel einen gewissen Konformitätsdruck in Gruppen gibt (und vermutlich geben muss) – ein konstruktiver Meinungsaustausch, der Motivation zur Folge hat, fehlt oftmals. Interne Umfragen führen dann nicht selten zu dem Ergebnis, dass sich die Mitarbeiter „zu wenig informiert“ und motiviert fühlten. Wenn schon die echte Bindung an die eigenen Mitarbeiter fehlt, warum sollte sie dann extern mit dem Kunden besser sein?

„In einem gut funktionierenden Unternehmen ist die Bindung der Mitarbeiter einer der größten Motivationsfaktoren überhaupt“, sagt Christian Gruber (Glaubwürdig kommunizieren, VS Verlag, S. 40). Bindung soll also aber nicht nur propagiert werden.

Zum Thema interne und daraus folgend externe Kommunikation empfiehlt der Autor Wolfgang Immerschitt (Profil durch PR, Gabler Verlag S. 117 ff) ein stimmiges Bild von CEO und dessen Stab. CEO-Kommunikation und strategische Vorgaben der Öffentlichkeitsarbeit sollten sich nicht gegenseitig behindern.

Zugleich müssten Unternehmensentscheidungen ...
• den Stakeholdern erklärt werden. Das funktioniere nur, wenn der CEO über eine entsprechende Vermittlungskompetenz verfüge.
• Kommunikation müsse als Teil der unternehmerischen Agenda verstanden werden, gehöre zum Job und könne nicht einfach vom Chef an andere delegiert werden.
• ein professionelles Auftreten des CEOs bei Meetings und Pressekonferenzen sei prägend für das Gesamtbild des Unternehmens
• Botschaften sollten mit Bedacht gewählt werden, Geschichten glaubwürdig sein.
• Bei der Diskussion, wie viel ethisches Verhalten in der Wirtschaft notwendig sei, meint Immerschitt: Klarheit, Mut, Glaubwürdigkeit und Offenheit würden besonders geschätzt. Ethisches Verhalten schaffe Loyalität und reduziere Konflikte.

Warum Medientraining?

03rd Aug 2017
MVW Medientraining Manuela Tischler

Weil man nicht Nicht-Kommunizieren kann. Und weil es so schwer ist, einfach zu antworten.

Fußballer tun es, der eine oder andere Star auch. Für die meisten Menschen, die regelmäßig im Rampenlicht stehen, ist Medientraining etwas Selbstverständliches. Am Auftritt feilen aber nicht nur die Profis: vor allem Neueinsteiger, die ihr gewohntes berufliches Umfeld verlassen, erleben schwierige Übergangsphasen. Neue Kollegen, neue Aufgaben und eine neue Sozialsemantik können zu kommunikativen Missverständnissen und Verunsicherung führen. Gerade in der Anfangsphase wird der "Neuling" auf seine rhetorischen Fähigkeiten und seine Ausstrahlung hin besonders unter die Lupe genommen. 
" Wer nicht in der Lage ist, klar zur argumentieren und selbstsicher (oder - wo es erwartet wird - bescheiden) aufzutreten, dessen Handeln wird in der Regel weniger Erfolg haben ..." schreibt Christian Gruber (Glaubwürdig kommunizieren")

Grundsätzlich sind öffentlichkeitsscheue Unternehmer, Politiker oder Berühmtheiten keine Seltenheit. Als ich 2006 als freie Redakteurin und Moderatorin für einen unternehmenseigenen TV-Kanal (Bahn-TV) arbeitete, zog sich eine Erkenntnis wie ein roter Faden durch das Tagesgeschäft: die meisten Interviewpartner wollten sich zu kritischen Themen (z.B. Verspätungen, Ausfall der Klimaanlagen, etc.) nur ungerne äußern. Noch nicht einmal im eigenen Corporate-TV wollten Konzernsprecher zu Projekten wie Stuttgart 21 Stellung nehmen. Anstatt die eigene Plattform proaktiv zu nutzen, wurde gemauert. Die Strategie kam wie ein Bumerang zurück. Mittlerweile ist die Deutsche Bahn kommunikationsfähig geworden. 
Auch bei Bundeswehr-TV (Produzent: Medienzentrale in St.Augustin/Bonn) stand die Redaktion vor der Herausforderung, interessante Themen für die Mitarbeiter mit den Vorgaben und Wünschen aus dem Ministerium zu vereinen. Befinden sich deutsche Soldaten in Afghanistan im „Krieg“? Das „Unwort“ war geradezu verboten. Jahrelang war von „humanitären Einsätzen“ die Rede. Nach einer Reihe von gefallenen Soldaten durften auch wir endlich die Auslandseinsätze kritisch hinterfragen. Zu spät. Die Soldaten hatten sich längst andere Sender oder Social Media Plattformen beziehungsweise Blogs gesucht.

Geblieben ist die Erkenntnis, dass viele Interviewpartner in meiner Laufbahn eines nicht konnten: in einfachen Worten erklären, was sie tun, ihr Unternehmen tut, wie sie Ziele erreichen wollen, wie sie Mitarbeiter und Kunden begeistern wollen und wie sie die Öffentlichkeit (welche auch immer) in ihre Entscheidungen einbinden wollen.

Immer noch schicken Unternehmen in Krisensituationen den Pressesprecher vor – der die groß angelegten Strategieziele des Chefs verkünden muss. XY Millionen Umsatz – klar das erreichen wir doch. Ein suuuuuper ökologisches Unternehmen. Wie dort hinkommen? Oft fehlen die Erklärungen. Ganz abgesehen davon sind viele Pressestellen weit vom „Mutterhaus“ entfernt. Was „die da“ in der Zentrale wollen, ist oft unklar. Kommunikationsstrategien made im Elfenbeinturm?
Dabei ist eines klar: was nicht klar ist, kann auch nicht erklärt werden. Was nicht erklärt wird, wird nicht verstanden. Und dann kommt der Aha-Effekt: „so haben wir das im Interview aber gar nicht gesagt und gemeint“! Achso, wie denn dann?
Man kann nicht Nicht-Kommunizieren, wusste schon der Kommunikationswissenschaftler, Psychoanalytiker und Philosoph Paul Watzlawik (siehe Kommunikationsaxiome von Paul Watzlawick, „Menschliche Kommunikation“). Nichts zu sagen, wirkt nicht nur unsicher sondern auch unsympathisch. Eine Aussage oder vielmehr eine Nicht-Aussage bleibt somit immer irgendwo hängen.

Fallstricke in den Medien sind nicht abstreitbar. Wenn eine Antwort zum Beispiel im TV nicht begeistert, verschwindet diese oft ganz automatisch zwischen all den anderen Sendungen. Anders auf den Plattformen der Social-Media wie YouTube: hier bleibt eine unglücklich formulierte Antwort noch jahrelang im Netz stehen und haftet am O-Ton-Geber oder der O-Ton-Geberin geradezu wie Griesbrei.
Beim nächsten Mal wird alles besser? Wahrscheinlich nicht. Nuscheln, zu schnelles Sprechen, das krampfhafte Festhalten am Papier, der fehlende Blickkontakt, inhaltlich unstrukturierte Botschaften bleiben ohne vernünftiges und gezieltes Training bestehen. Genauso ergeht es auch denjenigen, die im Kontakt mit den jeweiligen Medien übertreiben. Eine Selbstinszenierung ohne Inhalt, ein Schwall an Worthülsen oder das Niedermachen des Gesprächspartners mögen zwar für manchen unterhaltsam sein, der Inhalt bleibt dabei aber auf der Strecke.
Neben der Einfachheit ist auch die Länge der Ausführungen entscheidend. Ellenlange Antworten gespickt mit Fachtermini sind oft nur für Fachexperten zu bewerkstelligen, tragen aber wenig zum allgemeinen Verständnis bei. Aussagen können nicht nur zu lang, sondern auch zu kurz geraten. Wer Botschaften bis zur Unkenntlichkeit verkürzt muss sich nicht über Missverständnisse wundern.

Hier ist es durchaus sinnvoll, mit fachfremden Medientrainern zu üben. Denn sie können am besten einschätzen was die Öffentlichkeit versteht und was nicht. Ein Medientrainer sollte aus meiner Sicht somit immer ein externer Berater sein und dies auch bleiben. Denn er verfügt über die Freiheit und Unabhängigkeit, Kritik äußern zu dürfen.

Rollenverteilung in Unternehmen

28th Mai 2017
MVW Medientraining Manuela Tischler

Ehrlich gesagt – ich möchte keine Führungskraft sein. Auf der einen Seite: die Mitarbeiter/Kollegen. Auf der anderen: die eigenen Chefs – dazwischen die Führungskräfte im mittleren Management.
Über den Druck in „Sandwichpositionen“ schreibt Helmut Hofbauer, Managementberater aus Wörthsee in Oberbayern und Autor in seinem Buch „Einstieg in die Führungsrolle“:
„Von oben wird erwartet, Ziele zu erreichen und für Produktivität zu sorgen. Nach unten muss ich die Interessen meines Teams wahren, indem ich für eine gute Arbeitsatmosphäre sorge ... Irgendjemand wird immer enttäuscht sein. Viele glauben, sie müssten sämtlichen Anforderungen gerecht werden.“
Das, so Hofbauer, sei aber ein typischer Fehler. „Wenn ich die Erwartungen zu 80 Prozent erfüllen kann, ist das schon sehr viel“, sagt er. Spannungen seien in Sandwichpositionen nicht zu vermeiden. „Das Aushalten von Enttäuschungen ist ein Teil des Führungsjobs“, betont Hofbauer.

Ich glaube, dass jeder, der Mitarbeiter führen muss, eines tun sollte: seine Beweggründe erklären. Das gilt natürlich nicht nur für das mittlere, sondern auch für das „obere“ Management. Zugleich hat auch die Teamarbeit ihr Tücken. Die sogenannten „Expertenteams“ bergen nämlich ein Problem, wie die Universität St. Gallen in einem Forschungsprojekt am Lehrstuhl von Prof. Dr. Antoinette Weibel herausgefunden hat:

„...Diese Art der Wissensarbeit (Teamarbeit) birgt ein fundamentales Problem – sie kann nur schwer nachvollzogen und kontrolliert werden, besonders dann, wenn die Zusammenarbeit der Experten in Teams auf vergleichbarer hierarchischer Ebene stattfindet. Es wird parallel gearbeitet, Einzelleistungen sind nicht quantifizierbar und es bestehen oftmals keine klaren Abhängigkeiten oder Weisungsbefugnisse. So ist es vergleichsweise leicht, im Strom mitzuschwimmen, nur das Nötigste zu tun oder sogar Ideen von Teamkollegen als die eigenen auszugeben, ohne dass dies an vorgesetzter Stelle sofort auffällt. Derartiges Trittbrettfahren wird in der Praxis häufig von Teamkollegen bemerkt und führt nachweisbar zu Motivationsverlusten und verminderter Teamleistung. Die beschriebene Ohnmacht hierarchischer Kontrolle stellt ein Dilemma dar, das nur mittels nicht-formalisierter sozialer Kontrolle auf Teamebene gelöst werden kann. Jedoch gibt es bislang kaum Forschung, die sich mit informellen Peer-Kontrollformen zur Verhinderung von Trittbrettfahren auseinandersetzt. Verwiesen wird auf das Forschungsprojekt „Trittbrettfahren und informelle Peer-Kontrolle in Wissensteams“.

Mein Fazit: die vielgepriesene Teamarbeit kann zur „Sozio-Falle“ in Unternehmen werden. Dem etwas entgegenzusetzen, würde ein starkes Management sowie die strategische Zusammensetzung von Teams erfordern. Sowie einen Chef, der das Thema CEO-Kommunikation beherrscht.

Der Fünfsatz-Burger: bereiten Sie scheibchenweise Ihre Argumente vor!

01st Feb 2017
MVW Medientraining Manuela Tischler
MVW Medientraining Manuela Tischler

Ihr Leitfaden: fünf Sätze reichen aus, um ein Thema übersichtlich darzustellen. Nutzen Sie das Argumentationsmuster "Fünfsatz" und strukturieren Sie Ihre Gedanken.

Das macht Sie sicher - und Ihr Interviewpartner versteht Sie besser. Beginnen Sie zuerst mit der Standpunktformel. Hier sagen Sie, welche Meinung/Haltung Sie zum Thema XY vertreten:
"Ich bin der Meinung, dass... Wir wollen XY erreichen..."Wir überlegen, ob ...". Erst nach der Standpunktformel können Sie logisch und strukturiert argumentieren. Verabschieden Sie sich davon, alles unterbringen zu wollen. Verzichten Sie lieber auf einige Aspekte, damit Ihr Beitrag verständlich wird. Vergessen Sie am Schluss nicht den Appell. Mit dem Appell verdeutlichen Sie, was Sie fordern, wie Sie etwas erreichen wollen oder welche Lösung Sie beim Streitpunkt XY sehen. Wenn der Appell fehlt, interpretieren andere Ihre Meinung womöglich (absichtlich) falsch. Dann kommt es zu Missverständnissen: "Die Presse hat das ganz anders dargestellt, als ich es gesagt habe."
Was Sie wissen sollten: Medienvertreter brauchen eine Schlagzeile. Das ist schlicht ihr Job. Wenn Sie keine Schlagzeile liefern, erledigen das andere für Sie. Werden Sie aktiv, erklären Sie Ihren Standpunkt und liefern Sie ihre Schlagzeile. Es gibt übrigens verschiedene Fünfsatz-Muster, wie die Kette, den dialektischen Fünfsatz (Pro-Contra) oder die Kompromissformel.

Woher kommen die Medienvertreter?
Haken Sie bei Interview-Anfragen nach, wer für welches Medium arbeitet und welches Thema das Interview haben soll. Es ist Ihr Recht, sich vorzubereiten. Blogger sind Webautoren zu Inhalten aller Art. Unterschätzen Sie nicht ihren Einfluss und ihre Reichweite. Nicht alle Blogger sind Journalisten und umgekehrt. Ein Journalist veröffentlicht eine Geschichte, ein Blogger meist seine (persönliche) Geschichte. Diese muss nicht unbedingt den journalistischen Leitlinien entsprechen (siehe Standesregeln/Pressekodex, vgl. auch Deutscher Kommunikationskodex von 2012).

Denken Sie bei TV-/Bewegtbild-Anfragen daran, möglichst keine gemusterte Kleidung zu tragen. Sie kann flimmern und dadurch ablenken (Moiré-Effekt).

Drei Schritte gegen Lampenfieber!

15th Jan 2017
MVW Medientraining Manuela Tischler

Dass das Gefühl der Angst überhaupt entsteht, ist genetisch festgelegt. Daher gilt: akzeptieren Sie die Angst!

MVW Medientraining Manuela Tischler

Erstens: keine Angst vor der Angst! Lampenfieber kann hilfreich sein! Warum? Weil in der Nervosität ein wahrer Stresscocktail aus Adrenalin, Cortisol und Dopamin freigesetzt wird. Die Mischung verhilft Ihnen zu mehr Konzentration, Leistung und Ausstrahlung. Die Stresshormone werden relativ schnell wieder abgebaut, vielleicht noch während Ihrer Rede. Das vielgefürchtete "Blackout" ist eher selten. Sollte es dennoch dazu kommen, legen Sie sich eine Technik zurecht. Üben Sie diese Exitstrategie in einem Medientraining.

Zweitens: Zuschauer merken Ihr Lampenfieber meist nicht direkt sondern nur indirekt. Es ist eine atmosphärische Sache. Ihre Zuschauer/Zuhörer merken, dass Sie sich konzentrieren müssen - und dass Sie nicht belanglos ihre Rede abspulen. Das ist gut! Denn die Hand in der Hosentasche und ein gelangweilter Blick können arrogant wirken. Zu viel "Schnoddrigkeit" (provozierende Lässigkeit) verpasst das Ziel. Ihr Publikum wird Ihre Aufmerksamkeit mit seiner Aufmerksamkeit und Wertschätzung danken. In der Anspannung wird Ihr persönliches Profil deutlicher. Gewisse Attribute gehören zu Ihnen, kein Mensch muss "glattgebügelt" vor dem Auditorium stehen. Allerdings: gewisse Manieren, wie das Greifen nach der Nase, lautes Schmatzen beim Sprechen oder permanentes Räuspern (besser: ein Glas Wasser) können beim Zuhören nerven und lenken vom Thema ab. Üben Sie zu Hause vor dem Spiegel - LAUT!

Drittens: bereiten Sie sich gut vor. Überlegen Sie sich im Vorfeld, was passieren könnte, welche Reaktionen Sie hervorrufen könnten und spielen Sie die Antworten im Geiste durch. Achtung: visualisieren Sie keine negativen Situationen. Das Szenario sollte immer gut enden!

Medientraining mit der Mittelstandsvereinigung, MIT

27th Nov 2015

Vertreter der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, MIT, waren in Berlin zu Gast.

Thema: Neue politische Herausforderungen. Was bedeutet das für den Mittelstand?

Hintergrund: Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Er beschäftigt mehr als zwei Drittel aller Erwerbstätigen, schafft 83 % der Ausbildungsplätze und tätigt fast die Hälfte aller Investitionen (www.mit-bund.de)

rfwbs-sliderfwbs-slide